Von Vögeln, Fischen und anderem

Momentan sind wir in Bonito, einem Städtchen am Rande des Pantanal, welches sich dem Öko- Tourismus verschrieben hat. Bonito ist sozusagen frei von Kriminalität und wir  übernachten in einer Pousada, die mehr Bäume und Umgebung hat als Zimmer. Von denen hat es grad mal 16. Verteilt auf 6 „Häuschen“ auf dem Gelände. Draussen ist es, vor allem nach dem einnachten, ohrenbetäubend laut. Nein, keine Jugendlichen mit Radio oder streitende Nachbarn, sondern Natur! Allenfalls halbwüchsige, übermütige Grillen und Zikaden, ich bin im Bereich Fauna jedoch zuwenig sattelfest, als dass ich mich da mehr drüber auslassen würde.

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Wir sind mit dem Auto unterwegs und fahren dann weiter ins Pantanal, auf eine Fazenda.
Für Sonntag hatten wir zwei Touren gebucht. Einerseits Schnorchel im klarsten Fluss der Welt, andererseits der Besuch einer Oekooase für Aras.
Ersteres spricht mehr mich an, Monika war leicht am hyperventillieren, dafür bin ich so gar kein Papageien Fan, dazu gäbs noch eine Geschichte, aber lassen wir das. 😁
Wir also los zum schnorcheln. Wir haben die Dame in der Agentur gefragt, ob wir weit fahren müssen, nono, its not so far, only 1 1/2  Std…öh ok. Ja, es seien 50 km. Da habe ich geschmunzelt, was so lang für 50 km, das schaff ich in weniger. Und einmal mehr musste ich mich geschlagen geben, wir hatten natürlich so lange – auf Schotterpisten. Der Fahrweise habe ich mich schon angepasst, einfach das dauernde Hupen hab ich nicht im Griff, ansonsten schlängle ich mich so durch…
Wie auch immer, im Vorfeld hat Monika auf TripAdvisor rausgefunden, dass man auf der Schnorcheltour einen Neoprenanzug tragen muss. Gut sind wir schlanke Grazien und passen locker in solche Anzüge. 😁
Zudem waren wir, mal abgesehen von einem sehr sehr reifen Paar, weitaus die Ältesten auf der Tour. Übrigens muss man bei jeder Tour – und bei GOL sogar bevor man den Flieger besteigt – eine Notfallnummer angeben, was grad beim Flug morgens um fünf ein eher mulmiges Gefühl hinterlässt! Hiermit möchte ich meinem Liebsten, Roland, gestehen, dass wir seine Handynummer auf dem halben südamerikanischen Kontinent verbreiten! 😇
Nun denn, wir fanden einen Anzug der passte und erlebten etwas vom schönsten was es gibt. Für mich das erste Mal, für Monika irgendwie auch. Bis dahin hat sie sich geweigert und auch heute war sie kurz vor einem Rückzieher um sich im Nachhinein zu fragen, wieso sie das nicht schon lange mal gemacht hat.

Ûber das Papageienloch ohne Papageien lasse ich mich lieber nicht aus…

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Wie immer haben wir auch heute wieder liebe Leute kennen gelernt. Ganz besonders guten Kontakt hatten wir zu einem jungen Paar aus Brasilien, das gut englisch gesprochen hat. Sehr sympathische zwei. Wir haben uns gut unterhalten und im Verläufe der Gespräche erkannte ich wieder einmal was für Vorteile das Alter auch manchmal mit sich bringt. Während die Tage der beiden ausgefüllt sind mit Ausflügen, Besuchen von Sehenswürdigkeiten,Mountainbiketouren, Wasserfall hier, Monument dort und alles abklappern was im Reiseführer steht, können wir locker mal einen halben Nachmittag damit zubringen, uns einfach an der Tatsache, dass wir diese Reise machen können und dürfen, erfreuen und in einem Café auf einem grossen Platz sitzen, Leute beobachten oder mit jemandem wildfremden ins philosophieren kommen. Dafür tut uns öppen mal der Hintern weh…😄


Kommentare

Von Vögeln, Fischen und anderem — 4 Kommentare

  1. Schon die Ueberschrift zu diesem Blog lässt Interessantes erwarten. Ja wenn einer eine Reise tut, dann passt er auch in einen Neoprenanzug. Man muss einfach alles mitmachen was einem geboten wird, sonst bereut man es später. Habt weiterhin viel Spass zusammen. Hier ist es ja im Moment auch traumhaft mit dem Wetter, nur die spannenden Erlebnisse haben wir leider nicht so…Muntsch

  2. Meine Handynummer in halb Südamerika. und ich wundere mich über die vielen Werbeanrufe.
    Bald auch in Spanisch und Portugisisch :-).
    Weiterhin viel Spass auf eurer Reise. genisst es, Ihr habt es euch verdient!
    Muntsch

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